Techniken
Vorab
Über den Überschriften werden Zahlen eingeblendet.
0 meint, dass Du keine Wartezeit für das Nutzen der Werkzeuge für die nachfolgende Technik hast. Die Zahlen geben die Stunden an, die Du vorab Erfahrungen sammeln musst.
Der Hintergrund ist meist die Verletzungsgefahr, die bei fehlender Erfahrung sehr groß ist und die sich bei mehr Erfahrung stark verringert, aber niemals Null ist.
Textur Finne Bretthammer
Die Textur mit der Finne des Bretthammers ist eine der beliebtesten.
Sie kann nach dem Verlöten der Ringschiene ausgeführt werden, was insbesondere für Anfängerinnen zwei Vorteile hat.
Erstens ermöglicht es eine sehr einfache Art des Verlötens. Das Lotstückchen kann großzügig bemessen werden, da überflüssiges Lot einfach zu entfernen ist. Zudem kann es unter den Ring gelegt werden, wo es vom Gewicht des Rings gehalten wird. Einfacher geht's nicht ;).
Zweitens kann sich die Ringschiene beim Hämmern nach dem Verlöten nicht mehr verziehen, was bei einer flachen Ringschiene, wie sie bei den nachfolgenden Texturen per Texturhammer oder Motivstempel verwendet wird, nicht nur Anfängerinnen passiert.





Texturen mit Hämmern
Dir stehen eine Vielzahl vom Kugelkopfhämmern mit verschieden großen Kugelköpfen und 2 spezielle Texturhämmer mit je 2 Strukturen, also 4 Strukturen zur Verfügung.
Je nachdem wie dicht und stark Du die Schläge setzt und ob ihre Richtung gleich ist oder ob sie sich in einem Winkel kreuzen, ergeben sich zahllose Variationen.




Texturen mit Stempeln
Du kannst zurzeit 36 Buchstaben- und 96 Motivstempeln nutzen, die Du einzeln einsetzen oder kombinieren kannst.
Dir stehen zwei Messinghämmer und eine Kniehebelpresse zur Verfügung.
Die Hämmer, der eine ist 450 g, der andere 900 g schwer, ergeben das ungleichmäßigere, aber dadurch auch lebendigere, Stempelbild.
Die Kniehebelpresse, mit 2.500 kg Druckkraft, erzeugt ein gleichmäßigeres Bild und ihre enorme Kraft macht auch tiefere Prägungen mühelos möglich. Zudem ermöglicht ihr Anschlag das mittige, gleichmäßige Stempeln schmaler Ringschienen.



Texturen mit der Walze
Wir haben 2 Strukturplatten und eine Schublade mit Stoffen und anderen Materialien, die sich für das Erzeugen von Texturen eignen. Gern kannst Du eigene Materialien mitbringen. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Die relativ lange Zeit bis zur eigenständigen Nutzung liegt hier weniger in der Verletzungsgefahr, die ich sehr gering, als im Wert der Walze, die bei Gewaltanwendung, bzw. falsch eingesetzten Materialien Schaden nehmen kann.



Schmelzen, Gießen & Walzen
Dir stehen Schmelztiegel, leistungsstarke Brenner sowie Eingüsse für Blech, runden und rechteckigen Draht zur Verfügung.
Schmelzen und Gießen ist nicht ungefährlich. Der Zeitraum bis Du die Werkzeuge benutzen darfst, ist deshalb relativ lang. Ich weise Dich gründlich ein und hier schon einmal der Hinweis, dass Du die Eingüsse leicht mit einem Öllappen einreiben musst. Vergisst Du das, kann Kondenswasser im Einguss das Metall zum Explodieren bringen, was für Deine Augen und Dein Gesicht böse Folgen haben kann.
Auch wenn Du als Fortgeschrittene eingestuft bist, darfst Du Schmelzen und Gießen nicht allein ausführen, eine andere Person muss in der Nähe sein.


Ziselieren
Dir stehen 2 kleine und 2 große Kittkugeln sowie diverse Punzen und Zisilierhämmer in 4 verschiedenen Größen zur Verfügung.
Eigentlich könntest Du sofort beginnen, da nur Dein Daumen in Gefahr ist ;). Ich habe trotzdem eine Zeit zum Erfahrungen sammeln eingefügt, da Du schon ein wenig Gefühl beim Hämmern benötigst, das eben nur die Praxis bringt.

Ziehen
Das Ziehen von Drähten bis 2 mm ist relativ einfach. Dir stehen Zieheisen für runde und quadratische Drähte zur Verfügung.
Es reicht aus, wenn Du runden Draht in 1 und 2 mm hast, denn Du kannst Dir Zwischengrößen und auch quadratischen Draht daraus ziehen.

Antikastisches und synklastisches Formen
Dir stehen 3 Sinusriege in verschiedenen Größen, sowie eine Auswahl an Bonnie Doon-Riegeln zur Verfügung.



Armreif mit leicher Antiklastik
Schmuckguss
Es beginnt mit dem Modell. Diverse Ringformen in verschiedenen Größen sind vorhanden. Weiter Wachsstangen und Werkzeuge zum Anfertigen Deines individuellen Modells. Damit kannst Du theoretisch in der ersten Stunde beginnen.
Für den Guss aber musst Du vorab Erfahrungen sammeln. Er gelingt nur, wenn Dir alle Arbeitsschritte sehr sicher von der Hand gehen.
Der Guss kann in Sepiaschalen erfolgen, die meist vorhanden sind, sowie in Sandformen, die immer da sind.
Beim Sandguss werden meist perfekte Ergebnisse angestrebt, es kann aber auch interessant sein, Fehler bewusst zu erzeugen und in die Gestaltung mit einzubeziehen.

Keum Boo
Ist eine alte koreanische Technik bei der dünnes Gold, vergleichbar, aber mehrfach dicker als das bei uns gebräuchliche Blattgold, mit Druck und Hitze auf Feinsilber aufgebracht wird.
Kannst Du Feinsilber verwenden, weil Dein Schmuckstück wenig mechanischer Belastung unterliegt, wie es z.B. bei einem Anhänger oder Ohrringen der Fall ist, kann es sofort losgehen.
Meisten aber verwenden wir Sterlingsilber, auch mit 925 bezeichnet und gestempelt, was 925 Teile Silber und 75 Teile Kupfer meint. Das Kupfer macht die Legierung härter und beanspruchbarer, wie es für Armbändern und vor allem Ringen notwendig ist.
Wir müssen das Feinsilber nach oben bringen und das Kupfer absinken lassen. Das tun wir mit mindestens 8-mal Glühen, abschrecken, beizen, warten, abspülen, bearbeiten mit einer Messingbürste. Das Warten kann man vermeiden, wenn man die Arbeitsgänge an mindestens zwei Materialstücken ausführt. Es dauert dadurch nur wenig länger, nichts desto trotz dauern diese 8-maligen Vorbereitungsarbeiten echt lange.
Dann kann der Prozess des Aufbringens der zuvor zugeschnittenen Goldblättchen beginnen, wobei dies mit dem Brenner oder einer Heizplatte geschehen kann.
Wir nutzen eine Heizplatte, weil deren Temperatur sich einfacher steuern lässt, als die Brennerflamme.
Klar, die Heizplatte ist vorhanden und weiter Achatpolierer, die hier gebraucht werden und ein Glasfaserstift mit den das Gold in Strukturen gepresst wird.




Es bietet sich an, das Silber zu schwärzen, da dann der Kontrast zum Gold besonders wirkungsvoll ist.